
Die kommunalen Haushalte sind belastet, und dennoch gibt es große gesellschaftliche Herausforderungen in den Bereichen Klimaschutz, Bildung und Soziales. Kommunale Infrastrukturdienstleister wie wir, die Stadtwerke für Rheine, engagieren sich traditionell in diesen Bereichen und geben damit auch anderen Unternehmen vor Ort ein Beispiel. Um unserer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung nachhaltig nachkommen zu können, haben wir die Stadtwerke Stiftung für Rheine gegründet. Das Kuratorium der Stiftung vergibt zweimal im Jahr Mittel für gemeinnützige Projekte in Rheine.
Ein Projekt, an dem sich erstaunlich viele Rheiner mit offensichtlich großem Engagement beteiligen, ist unser Stadtteilwettbewerb. 2006 wurde der Wettbewerb zum ersten Mal ausgerufen. Es geht darum, dass Bürger für die Stadtteile Projekte vorschlagen. Nach einer Sichtung aller eingegangenen Vorschläge leistet die Stiftung eine Art Anschubfinanzierung mit einem Startgeld von 300 Euro pro Projekt. Am Ende des Umsetzungszeitraums von ca. einem Jahr werden drei vorbildliche Projekte von der Stiftungsjury prämiert.
Im Mittelpunkt des diesjährigen, zweiten Rheiner Stadtteilwettbewerbs steht der verantwortungsvolle und wertschätzende Umgang mit Natur und Umwelt unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“. Vereine, Nachbarschaften, Kindergärten, Schulen, Stadtteilbeiräte, Unternehmen und Interessengruppen waren aufgefordert, für Natur- und Umweltschutz kreativ zu werden. Bis Ende Mai war Zeit, Ideen und Konzepte für Projekte zu entwickeln und einzureichen. Insgesamt sind 26 Projektanträge eingegangen. Wir können hier unmöglich alle vorstellen, aber anhand einiger Beispiele zeigen, wie aktiv und kreativ die Rheiner werden, wenn es um ihre Stadtteile, um Natur- und Umweltschutz und damit auch um die Verbesserung der Lebensqualität geht.
Insektenhotels
„Beim Spazierengehen kam mir die Idee, etwas für unsere heimische Tierwelt im Allgemeinen und Insekten im Besonderen zu tun,“ so der Initiator des Projektes, Karl Schomburg. Auf die Insektenhotels stieß er dann im Internet. „Ein Insektenhotel ist eine künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten. Gebaut wird das Hotel aus Lehm, Holz und hohlen Schilfstängeln“, so Herr Schomburg. Die Hotel-Idee fand er so gut, dass er sie beim Stadtteilwettbewerb anmeldete. Norbert Aue vom Heimatverein und Barbara Schwenen, Rektorin der Mariengrundschule, konnte er als begeisterte Mitstreiter gewinnen. Noch vor den Sommerferien haben die Zweitklässler der Mariengrundschule im Sachkundeunterricht unter fachlicher Anleitung ihre ersten Insektenhotels gebaut. Aber das ist erst der Anfang: Bis April 2012 sollen über 100 Hotels entstehen; schließlich warten in der freien Natur viele interessierte und auch schützenswerte Gäste auf eine Unterkunft.
Wildrosen-Rosarium
Auf dem Waldhügel in Rheine sind seit langem schon Wildrosen heimisch. Dieser Standort wurde um die Jahrhundertwende u. a. von Professor Brockhausen beschrieben. Er bezeichnete den Waldhügel liebevoll als „Rosengarten der Natur“. Der Förderverein Waldhügel e.V. hat sich vorgenommen, diesen Wildrosengarten zu pflegen, d. h. an einem Wanderweg mit Blick über Rheine Wildrosen in Gruppen neu zu ziehen und zu beschildern. Diese Arbeit ist mit viel Liebe zum Detail verbunden; so müssen die Rosenarten mit Stecklingen vorgezogen und jetzt im Herbst angepflanzt werden. Unterstützt wird der Förderverein Waldhügel vom Emsland-Gymnasium, den Technischen Betrieben, dem Naturschutzbund Landschaftsbau Schneege. Das Thema „Öffentlicher Garten“ hat viele Bürgerinnen und Bürger inspiriert. So soll unter Federführung der Don-Bosco-Schule im Ortsteil Mesum ein Erlebnisgarten entstehen, eine Oase für Schüler und Lehrer mit Fühlpfad, Blumen- und Ruheinsel. Eine Ruhezone der besonderen Art wieder zu beleben, haben sich auch Bürgerinnen und Bürger aus der Innenstadt vorgenommen; sie möchten den alten Friedhof wieder herrichten als „steinernes Geschichtsbuch“ und innerstädtischen Naturraum.